"Anekdoten treiben Blüten ..."

Duftendes aus der Reimküche ist der Titel meines 3. Buches. Sie können mit dem o.a. Link auf die Seite des Literaturpodiums gehen, wo dieses Buch vorgestellt wird. So wie in meinen beiden anderen Büchern entnehme ich die Themen der Gedichte dem Alltagsleben. Das können sein kritische, sehnsüchtige oder humorvolle Situationen.
Ich verwende Paar-, Kreuz- oder umrahmende Reime. Gern schreibe ich auch Haikus
und Limericks. Viele Gedichte entstanden nach den Vorgaben des Internet Forums der WAZ.  Auch heute merke ich immer wieder, das Reimen macht viel Spaß und  längst ist noch nicht alles gesagt ...

"Ein leichtes Sehnen stellt sich ein

Weiteres aus der Reimküche, so lautet der Titel meines 2. Buches. Mit dem o.a. Link können Sie sich beim Literaturpodium einblenden, auf dessen Seite es ebenfalls kurz vorgestellt wird. 

Seit 2001 bin ich der Dichtkunst verfallen. 2006 erschien mein 1. Buch,

"... nur der Maulwurf stört die Pracht".

Es kam zustande, da ein Cousin aus Frankreich mich aufforderte, endlich mit der lose Blattsammlung aufzuhören. Ich folgte seinem Rat und schaffte so die weiteren Bände.

Hier ein paar Kostproben, passend zur Jahreszeit:

Frühlingserwachen

Der Frühlingswind kam über Nacht
ein Blütenmeer hat sich entfacht.
So bunt, so schön im Sonnenschein,
die Ameise will auch hübsch sein. 

Sie putzt sich raus, gleich kommt ihr Freund,

von dem sie immer schon geträumt.
verliebt wiegt sie sich hin und her,

den kleinen Bach sieht sie nicht mehr.

Da rutscht sie plötzlich einfach aus,
Sie kann nicht schwimmen, welch ein Graus.
Der Freund kommt schnell daher gerannt,
er reicht ihr rettend seine Hand.

Sie fühlt sich wie elektrisiert,
er zeigt sich langsam interessiert.
Der kleine Bach rauscht, wie man hört,
die beiden das nicht weiter stört.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)

Wohlige Last

Du fühlst dich wohl, so leicht beschwingt,
ein warmer Hauch dich tief durchdringt.
Fantastisch sieht es draußen aus,
du willst ihn sehn, du eilst hinaus.
Die große Hitze spürst du nicht,
verzaubert siehst du sein Gesicht.

Neben dir hörst du Wehgeschrei:
"Ach, wär der Sommer schon vorbei!"
Da lachst du auf, bleibst plötzlich stehn,
Eis essen, wäre das jetzt schön!
Fühlst dich gedopt, so leicht beschwingt,
Ein warmer Hauch dicht tief durchdringt.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)

Vorbei

An einem Tag, Ende August
ging ich am  Meer entlang.
Mit jedem Schritt war mir bewusst,
etwas ringsum versank.

Ein Sturm tobte über dem Land,
Wolken jagten umher,
vor mir am Strand wehte der Sand,
tosend brauste das Meer.

Zugvögel flogen über mir,
laut tönte ihr Geschrei.
Sonne und Wärme schwanden hier,
Sommer, er war vorbei.
(... nur der Maulwurf stört die Pracht)

An meine Heimatstadt Bochum

Bochum, trotzdem

Zynisch lässt sich wohl behaupten, wirst nie eine Weltstadt sein,
doch bei näherem Betrachten, fällt mir tröstend Großes ein:

Warst geprägt von harter Arbeit, Bergbau, Stahlproduktion,
doch der Spruch "Bochum im Wandel" zeigt die neue Dimension.
Forschung, Handel und Verwaltung prägen deine Arbeitswelt,
Schmutz, Gestank ist heut Geschichte, die Behauptung nicht mehr zählt.
Der Ruhrstausee ist ein Joker, überall regiert Natur,
doch du hast noch mehr zu bieten, beispielsweise viel Kultur.

Bochum, bist zwar keine Weltstadt, doch man spürt: "Hier kocht der Pott!"
Dein Humor und deine Tatkraft halten jung und halten flott.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)

(Hoch)genuss

Ich bin total in dich verliebt,
von deinem Glanz, der dich umgibt.
Dein Funkeln, das im Sonnenlicht,
mir Harmonie und Glück verspricht.
Du bist für mich der Hochgenuss,
du stehst für mich als Musenkuss.
In deiner Nähe will ich sein,
mit dir und der Natur allein.

Ich bin total in dich verliebt,
gut, dass es dich "Ruhrstausee" gibt.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)

Kaufen, abkassieren, weiterziehen

Heuschrecken sind laut Metapher,
Menschenhoren, Profit-Raffer,
die sich wenden an die schwachen
Firmen, die Verluste machen.

Frisches Geld lässt jubilieren, ausbreiten, sprich esxpandieren.
Alles rechtens, hat auch Sinn, mehr und mehr steigt der Gewinn.
Plötzlich dann der große Crash, Anleger haun ab mit Cash.
Und der Pleitegeier fliegt um die Firma, die er kriegt. 
(Anekdoten treiben Blüten, dieses Gedicht entstand nach den WAZ-Vorgaben und wurde zum Wochengedicht gewählt.)

Designerklo

Er hat ein neues Klo kreiert:
Ein Raumfahrtschiff den Deckel ziert.
hebt man ihn hoch, Gewitterfront,
ein Kugelblitz erstrahlt gekonnt.
Und auf der Brille bunt erblühn,
gemeinsam Blumen mit viel Grün.
Der Schüsselgrund in gelb gemalt,
darauf in schwarzer Schrift erstrahlt:
"Ich pflege weiter diesen Stil,
Kritik bedeutet mir nicht viel."

(Anekdoten treiben Blüten)

Limerick

Es kämpfte ein Mann einst in Essen,
er war vom Mandat ganz besessen.
Er gewann auch die Wahl,
sein Problem wuchs fatal,
den Wähler, den hat er vergessen.

Es zeigte Frau Meier aus Witten,
dem Handwerker auch ihre Ti ...
Da wurde der Meister,
zunehmend dreister.
Ihr Mann fuhr danach mit ihm Schlitten.

Einst stritten sich Männer in Schwerte,
sie kannten sich nur als Gelehrte.
Es ging um Lulu,
die lachte dazu,
da sie nur mit Laura verkehrte.